Initiative Flensburg Für Grundrechte

(c) Bjarne (Fablab Lübek)
Tod und Liebe

Übersterblichkeit durch COVID-19 in Deutschland? – Eine Frage der Perspektive!

Haben wir denn nun im Jahr 2020 eine Übersterblichkeit durch COVID-19 in Deutschland oder nicht? Auf diese Frage lässt sich je nach Blickwinkel mit ja und nein antworten. Heute untersuchen wir, wie das Jahr diesbezüglich bislang verlaufen ist und eröffnen andere Perspektiven.

Aktuell erstellt das Statistische Bundesamt zu den Sterbefallzahlen in Deutschland regelmäßige Sonderauswertungen. Die hierin erhobenen Zahlen der Jahre 2016 bis 2020 dienen uns auf Basis der Kalenderwochen als Grundlage, um auch auf dieses Thema einen sachlichen und rationalen Blick zu werfen.

Akzeptierter Korridor der Übersterblichkeit

Wie wir aus eigener Erfahrung wissen, wurde diesen Zahlen in den Jahren 2016 bis 2019 keine besondere öffentliche Aufmerksamkeit geschenkt. Wie anhand der bereitgestellten Zahlen jedoch gut zu erkennen ist, gab es auch in diesen Jahren erhebliche Schwankungen. Zumeist wird aus diesen natürlichen Schwankungen der Durchschnitt herangezogen, um ihn mit diesem Jahr 2020 zu vergleichen. Diese Betrachtungsweise ist insofern irreführend, weil es so in jedem Jahr zu signifikanter Über- und Unterschreitung des Durchschnitts kommt. Übersterblichkeit und Untersterblichkeit wechseln sich so fortlaufend ab und die Aussagekraft ist fragwürdig. Das folgende Diagramm ändert die Perspektive zur Durschnittsbetrachtung und liefert ein klareres Bild.

Zur größeren Ansicht auf das Diagramm klicken.

Zwischen den akzeptierten Minimal- (grüne Kurve) und Maximalwerten (rote Kurve) der Vorjahre, ergibt sich damit ein gemeinhin akzeptierter Sterblichkeits-Korridor, der die bisher übliche Bandbreite an Sterbefällen beschreibt. Wie zu sehen ist, liegt die Kurve der Gesamtsterbefälle dieses Jahres weitgehend innerhalb und auch oberhalb des Korridors. 

Dies zeigt auf, dass es moderate Überschreitungen und gleichzeitig auch, dass es massive Unterschreitungen der Maximalwerte aus den Vorjahren gibt. In Kalenderwoche (KW) 15 zum Beispiel lag die maximale Überschreitung bei 7%. Die vorhergehende maximale Unterschreitung in KW 10 hingegen bei 26,7%. Zudem ist deutlich zu erkennen, dass sich die Zahlen bis zur KW 11 dieses Jahres relativ nahe am Bereich der Minimalwerte bewegten. 

Die Differenz zwischen den tatsächlichen Sterbefällen in 2020 und denen der Vorjahre, jeweils im Zeitraum des  ersten Quartals verteilt sich demnach wie folgt:

    • 2016: – 8.275 Fälle und moderate Untersterblichkeit
    • 2017: + 21.409 Fälle und deutliche Übersterblichkeit
    • 2018: + 27.162 Fälle und deutliche Übersterblichkeit
    • 2019: + 4.302 Fälle und geringe Übersterblichkeit

Die saisonale Grippewelle blieb demzufolge ähnlich wie 2019 auch in 2020 weitgehend aus. Außergewöhnlich hohe Abweichungen der Sterbefallzahlen im Vergleich zu 2020 erkennen wir dagegen in den Jahren 2017 und 2018, wohingegen 2016 noch einmal niedriger als 2020 ausgefallen ist. 

Was die absoluten Höchstwerte angeht, ist 2020 ein wenig auffälliges Jahr. Es gab jedoch Zeiträume in denen die Höchstwerte aus 2016 bis 2019 überschritten wurden. Diese Überschreitungen liegen mit maximal 5,7 bis 7% jedoch im moderaten Bereich. Wir sehen also, dass eine relativ hohe Varianz der Sterbefallzahlen im saisonalen Verlauf die Regel und nicht die Ausnahme ist.

Bleibt zu erwähnen, dass es sich im Zeitraum von KW28 bis KW35, um jahreszeitlich bedingte Hitzewellen handelt, welche hier nicht näher betrachtet werden. Das es hier zeitliche Verschiebungen geben kann, liegt in der Natur der Sache selbst. 

Der Anteil an COVID-19 assoziierten Sterbefällen

Um nun den Einfluss der mit oder an COVID-19 bzw. mit positivem SARS-CoV-2 PCR-Test verstorbenen Personen in 2020 sichtbar zu machen, schauen wir uns das folgende Diagramm genauer an.

Zur größeren Ansicht auf das Diagramm klicken.

Zu erkennen ist, dass sich die beiden Linien ab KW 12 auseinander bewegen und dann ab KW 25 keinen nennenswerten Unterschied mehr aufweisen. Die zweite nennenswerte Abweichung tritt ab KW38 bis KW47 auf. Der Anteil an COVID-19 assoziierten Sterbefällen (15.127) verteilt sich auf diese beiden Zeiträume wie folgt:

    • Zeitraum KW 12 bis 25: + 8.933 Fälle
    • Zeitraum KW 38 bis 47: + 6.194 Fälle

Setzen wir nun diese Fälle als absolute Abweichungen ins Verhältnis zu den maximalen Abweichungen der Jahre 2017 und 2018, wird relativ schnell deutlich, dass die COVID-19 assoziierten Anteile aus 2020 mit 70,7% respektive 55,7% jeweils deutlich darunter liegen. Eine größere Not als in den Vorjahren ist nicht zu erkennen – ganz im Gegenteil. 

Angesichts der schon eingetretenen und noch zu erwartenden Konsequenzen für weit größere Teile der Bevölkerung, bleiben wir bei unserer Haltung. Grundrechtseinschränkungen sind auf dieser Basis inakzeptabel, weil Grundrechte gerade in schwierigen Zeiten Bestand haben müssen. 

Demografische Verteilung und Lebenserwartung

Grundlage unserer oben genannten Haltung sind die demografische Verteilung von SARS-CoV-2 Infektionen und die damit einhergehenden COVID-19 assoziierten Todesfälle. Wie die folgende Grafik des RKI zeigt, sind zwar alle Altersgruppen betroffen, insbesondere aber die überdurchschnittlich alten Menschen der Gruppen 85 bis 89 und 90+ Jahre, mit einer Gesamtinzidenz von 996 pro 100.000 Einwohner.

Zur größeren Ansicht auf das Diagramm klicken.

Das hier eine hohe Übersterblichkeit zu erwarten ist, liegt in der Natur des Menschen und dies auch ohne eine zusätzliche Virusinfektion mit SARS-CoV-2. Schließlich liegt die mittlere Lebenserwartung in Deutschland bei 81 Jahren. Der Median derer die an oder mit COVID-19 verstorben sind, liegt laut RKI Stand 15.12.2020 bei 83 Jahren und 88% der Verstorbenen waren älter als 70 Jahre. Allein aus diesem Grund sind die flächendeckenden Allgemeinverfügungungen der Länder für 100% der Bevölkerung unverhältnismäßig. 

Der Fokus muss anhand dieser Erkenntnisse auf dem gezielten Schutz der vulnerablen Gruppen liegen. Das hierzu noch immer keine funktionierenden Konzepte vorliegen, zeigt die aktuelle Berichterstattung beispielhaft bei Tagesschau und Tagesspiegel mit dem Zitat: „Wie das Virus in die Einrichtung gelangte, können bisher weder das zuständige Gesundheitsamt noch der Betreiber nachvollziehen.“ Hier geht es um rund 826.000 Menschen, nämlich die ca. 20% der Pflegebedürftigen in Heimen. Die übrigen 80% werden zu Hause oder ambulant versorgt, berichtet die Zeit.

Die Gesamtsterbefälle dieses Jahres 2020

Abschließend schauen wir auf die Aussichten bis zum Jahresende anhand der heute vorliegenden Daten des RKI und des Statistischen Bundesamtes. Schließlicht lässt sich zu einer Übersterblichkeit innerhalb des Zeitraums eines Jahres erst etwas sagen, wenn das ganze Bild betrachtet wird. 

Hierzu ziehen wir zum einen das bisher akzeptierte Maß der Jahre 2016 bis 2019 als Referenz heran. Die Maximalwerte der Kalenderwochen liefern hierbei die Größenordnung des schlechtesten Szenarios. Dafür ergeben sich dann rechnerisch 994.091 Sterbefälle für 2020. Ganz klar der Worst Case seit 2016.

Für die Prognose der tatsächlichen Gesamtsterbefälle bis Jahresende in 2020, ziehen wir zum anderen die aktuellsten COVID-19 assoziierten Todesfallzahlen des RKI für KW 48 bis KW 50 heran und addieren sie zu den Wochenmittelwerten der Jahre 2016 bis 2019. Weiter gehen wir für die letzten zwei Wochen von KW 51 bis KW 52 von einer weiterhin linearen Entwicklung der Sterbefälle aus, wie wir es bereits in unserem letzten Beitrag festgestellt haben. So kommen wir rechnerisch auf den Näherungswert von 963.407 Sterbefällen für 2020. Dieser Wert liegt damit 1,17 Prozent über den Gesamtsterbefällen aus 2018. 

Zusammenfassung und Fazit

Wir haben es offensichtlich weder mit einem Worst Case Szenario der Übersterblichkeit zu tun, noch mit einem Jahr besonders niedriger Gesamtzahlen, wie zum Beispiel 2016. Also bleibt die Statistik über die Todesursachen abzuwarten, um zu sehen welcher Anteil potentiell auf das Konto der Regierungsmaßnahmen geht. Hier zum Beispiel Suizide, nicht behandelte Karzinome, Herzinfarkte, Schlaganfälle oder psychische Entwicklungen mit tödlichen Folgen. All das wird sichtbar werden und Teil des Gesamtbildes aus medizinischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen, basierend auf einer von Grund auf verfehlten Corona-Politik. Wir werden hierzu berichten sobald die Zeit dafür gekommen ist.

Das die Aufrechterhaltung sowie neuerliche Verschärfung von Grundrechtseinschränkungen und das damit einhergehende Herunterfahren des Landes diese erheblichen Konsequenzen nach sich zieht, ist den Verantwortlichen spätestens seit Mitte des Jahres bekannt. Angesichts dieser Tatsachen ist es sehr wahrscheinlich, dass die Konsequenzen am Ende schwerer wiegen werden, als die Ursache selbst. Maßnahmen von denen 100 Prozent der Gesellschaft betroffen sind, obwohl 98,3 Prozent mit ihrer Ursache nichts zu tun haben, sind und bleiben unangemessen. Details dazu finden sich auch auf der Seite unseres COVID-19 Dashboards.

 

Aus diesem Grund beschäftigen wir uns heute wie morgen mit der allgemeinen Aufklärung über diese und andere Zusammenhänge. Aufklärung ist ein wichtiges Gut der Demokratie, mit dem Ziel einer wachsenden und emanzipierten Gesellschaft. 

Wir beleuchten daher auch weiterhin die Aspekt der alltäglichen Missstände um uns herum und dabei nicht nur jene der öffentlichen Berichterstattung, deren wesentlicher Zweck es ist, die gewünschten Narrative (6) durch Propaganda (7) zu erzeugen und diese in der Bevölkerung zu manifestieren.

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