Initiative Flensburg Für Grundrechte

(c) Bjarne (Fablab Lübek)
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RKI meldet Rückgang um 69%: Nur noch 188 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden

Diese Schlagzeile wäre am Montag den 14.12.2020 (1) genauso sachlich richtig gewesen, wie die heutige: „RKI meldet Höchstwert: 952 Corona-Todesfällen binnen 24 Stunden“. (2) Beide zeigen jedoch ein vollkommen verzerrtes Bild der Realität und weisen zudem einen gravierenden Unterschied auf. Zu der ersten Schlagzeile liefert die Suchmaschine aus dem Silicon Valley keine Ergebnisse und zu der zweiten mehr als 300 Einträge auf über 30 Seiten – Tendenz steigend. (3) Ganz vorn dabei die Tagesschau und ZDF heute, sowie hunderte weitere nationale und regionale Medienportale. 

Könnte solch eine Zahlendarstellung zufällig der Rechtfertigung des ab dem 16.12. von der Bundeskanzlerin gewünschten und den Landesregierungen verhängten Lockdowns dienen? 

Tägliche Todesfallzahlen versus täglichem Wochendurchschnitt der Todesfälle

Wie anhand der folgenden Grafik eindeutig zu sehen ist, schwanken die täglich gemeldeten Todesfallzahlen stark. (siehe blaue Kurve) Dies ist nichts wirklich Neues und hängt öffentlichen Erklärungen des RKI zur Folge an unregelmäßigen Meldungen. Insbesondere an Sonntagen und Montagen treffen kaum Meldungen beim RKI ein oder werden nicht weiter verarbeitet. Ein natürlicher Verlauf dieser Kurve kann wohl auch eher nicht wissenschaftlich begründet werden.

Um nun ein klareres Bild der aktuellen Situation zu bekommen, sehen wir uns die auf Wochenbasis gemittelten Tageswerte an. (siehe grüne Kurve) Der lineare Trend ist hier gut zu erkennen. Das häufig herangezogene exponentielle Wachstum zeigt sich im letzten Monatsverlauf nicht. Zudem ist die Kurve sehr viel weniger volatil, als die wechselhaften Rohdaten des RKI. 

Wir sehen über 31 Tage einen Anstieg von 220 auf 499 tägliche Todesfälle, also einen sicher nicht unerheblichen Zuwachs. Der Anteil an der durchschnittlichen, täglichen Sterberate (2016 bis 2019) von 2.550 Menschen in Deutschland (4) ist also von 8,6 Prozent auf 19,6 Prozent gestiegen. 

Der „bisherige Rekordwert“ von 598, (RKI Meldung) wie ihn zum Beispiel die Welt (5) nennt, wurde nun mit 952 Meldungen um „60 Prozent übertroffen“ Dies ist insofern fast richtig, wenn man dies in Form von Meldungen an das RKI so darstellen möchte. In Relation zum realistischen Geschehen, erhöhte sich der Wert lediglich von 448 auf einen neuen Höchstwert von 499. Ein bereinigter Anstieg also um 11,4 Prozent. 

Da die Medienwelt gern mit solchen Schocks arbeitet, legen wir doch zur Veranschaulichung der irrsinnigen Betrachtungsweise selbst noch einen oben drauf. Seit Beginn der Woche sind die Covid-Todesfälle sprunghaft von 188 auf 952 gestiegen. Der Wert vom 14.12. wurde um 506 Prozent übertroffen. Wie irreführend und wenig bedeutsam dieser Ansatz ist, dürfte jetzt jedem soweit einleuchten.

Dramatisierung versus sachlicher Aufklärung

Wie eingangs erwähnt, ist keine der Betrachtungsweise falsch oder unwahr. Sie richten sich stattdessen an unterschiedlichen Motiven aus. Die eine folgt dem Kurs der Dramatisierung und die andere orientiert sich am Kurs einer unaufgeregten, sachlichen Aufklärung, wie sie eigentlich von seriösen Medien zu erwarten wäre. Auf diese Weise differenziert, wirkt die breite Berichterstattung, trotz gegenläufiger öffentlicher Meinung, wiederholt unseriös. 

Anstatt die Bevölkerung sinnvoller Weise zu beruhigen, wird weiterhin und vollkommen unnötig eine überzogene Angst geschürt, die unsere Perspektiven und Wahrnehmung der Realität verzerrt. 

Visuelle Manipulation und reißerische Schlagzeilen

Was die dpa meldet, wird in Windeseile und im Gleichtakt über alle Sender unter die Bevölkerung gebracht. Kritische und differenzierte Berichterstattung? Fehlanzeige! In einem durch Kapital und Konkurrenz getriebenen Mediensystem, ist dies wohlmöglich nicht anders zu erwarten und deshalb ist es inzwischen der Standard und nicht die Ausnahme.

So wird die öffentliche Meinung nebst gewünschtem Narrativ gebildet und der öffentliche Debattenraum systematisch zerstört. Der eigentliche Auftrag der Medien, genau diesen öffentlichen Debattenraum zu erzeugen um eine funktionierende Demokratie sicherzustellen schlägt fehl. Eine reißerische Schlagzeile gepaart mit Bild- und Videomaterial jagt die nächste. Erklärtes Ziel kann nur lernen durch Wiederholung sein, um gezielt Wort, Bild und Texte in den neuronalen Netzen der Hirne der Bevölkerung zu verankern. Diese Feststellung wird durch eine stetig wiederkehrende Systematik rund um das Thema und leider in der Mehrzahl der Medienberichte gestützt. 

Hierzu folgend einige Beispiele zur Verdeutlichung:

Quelle: Tagesschau

Quelle: ZDF heute

Quelle: RP Online

Quelle: shz

Quelle: RND

Die Liste anschaulicher Beispiele ließe sich an dieser Stelle beliebig fortsetzen.

Aus diesem Grund beschäftigen wir uns heute wie morgen mit der allgemeinen Aufklärung über diese und andere manipulativen Zusammenhänge. Aufklärung ist ein wichtiges Gut der Demokratie, mit dem Ziel einer wachsenden und emanzipierten Gesellschaft. 

Wir beleuchten daher auch weiterhin die Aspekt der alltäglichen Missstände um uns herum und dabei nicht nur jene der öffentlichen Berichterstattung, deren wesentlicher Zweck es ist, die gewünschten Narrative (6) durch Propaganda (7) zu erzeugen und diese in der Bevölkerung zu manifestieren.

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