Initiative Flensburg Für Grundrechte

(c) Bjarne (Fablab Lübek)
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Bin ich rechts? … die Verantwortung der Gedanken

Ich sitze hier vor diesem Papier und sortiere Gedanken, Gedanken, von denen ich nicht wusste, dass sie zu mir gehören. Gehören sie zu mir? Sind es tatsächlich MEINE Gedanken? Rechts sein, was bedeutet das eigentlich? Dieses Thema war mein ganzes Leben lang so weit weg von mir, dass ich wirklich Schwierigkeiten habe zu definieren, was denn „rechts sein“ bedeutet. Es müsste für solche Fälle einen Ratgeber geben. Titel: Wie finden Sie heraus, ob Sie rechts/links, liberal, konservativ usw. sind?

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Haben Sie eine Glatze, tragen Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln und hängt eine Deutschlandflagge in Ihrem Wohnzimmer? …. Nein, nein und nochmal nein. Ganz klar, ich bin kein Nazi. Puh, Glück gehabt. 

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Da würden dann schon die etwas subtileren Fragen aufkommen wie: Was halten Sie von Traditionen?  Flüchtlingspolitik? Sind Sie stolz, ein Deutscher zu sein? …ok, ich gehe kurz in mich und antworte: Tradition ist wichtig in jeder Kultur, auch in unserer. Sie gibt den Menschen Sicherheit. Flüchtlingspolitik in unserem Land ist ein großes Potpourri aus Heuchelei, Interessenkonflikten und Unmenschlichkeit. Stolz darauf, ein Deutscher zu sein… natürlich nicht! Oder vielleicht doch?

Wie hieß noch gleich dieses eine Buch, das ich vor Jahren gelesen hatte? Ach ja, „Die ersten Deutschen“ (keine Ahnung, wie ich dazu gekommen bin). Ich las von wilden, starken, naturverbundenen Germanen, denen der Clan über alles ging. Die aber in so hohem Maße undiszipliniert waren, dass sogar die Römer die Sinnhaftigkeit einer Eroberung in Frage stellten.

Was passierte denn da beim Lesen? Ein Gefühl machte sich in mir breit, welches ich vorher noch nie gespürt hatte. Mit diesen Vorfahren konnte ich mich identifizieren, ohne mich schämen zu müssen. War das Stolz? Oder nur eine starke Verbundenheit mit den Ahnen? Ist das dann schon rechts? Und wenn ich sage, ich bin stolz, Deutsche zu sein bis zum 12. Jahrhundert?

Fragen über Fragen. Ich weiß schon, warum so viele junge Menschen die Grünen oder Linke wählen. Man muss keine Verantwortung übernehmen. Quasi ein bio/soziales Label. Da kann man ja nichts verkehrt machen. Wer bitte ist denn schon für Umweltzerstörung oder soziale Ungerechtigkeiten in der Öffentlichkeit?

Aber ich sehe schon. Schuster bleib bei deinen Schuhen. Versuche ich also, das Problem aus der medizinischen Sicht zu sehen bzw. zu lösen.

Wir sind ein Organismus aus schier unendlich vielen Zellen, die alle friedlich und harmonisch zusammenleben. Tun sie das? Jede Zelle verfügt über eine Art Personalausweis, ein Molekül, das an der Zellwand sitzt (MHC-Molekül). Kommen nun die Polizisten (Leukozyten) und kontrollieren die Zelle und sie kann sich nicht ausweisen, ist fremd oder nicht so perfekt wie die anderen, wird sie nicht etwa freundlich gebeten, sich doch bitte woanders umzuschauen, nein, wenn sie nicht vor Ort getötet wird, zwingen die Polizisten die Zelle (das Fremde) zur Apoptose (programmierter Zellsuizid).

Fazit 1

alles Fremde in meinem Körper wird als Feind angesehen und umgehend zerstört. Jede meiner Zellen ist ein verdammter Faschist! Na super.

Da habe ich ja Glück, dass ich kein Anhänger von Darwin bin. Dann wäre ich nämlich überzeugt, dass ich ein Werkzeug meiner Gene (Zellen) bin und nichts jemals daran ändern könnte. Da lobe ich mir Lamarck, der vor Darwin seine Erkenntnisse über die Evolution veröffentlichte und siehe da, es besteht Hoffnung!! Nicht die Gene beeinflussen uns (die Zelle), sondern das Umfeld beeinflusst die Gene bzw. welche Gene abgerufen werden und welche nicht.

Wenn ich also für eine Umgebung sorge, die keinen Hass, Unterdrückung und Gier zulässt, verändere ich mich dadurch und nicht nur das, ich verändere die Welt, die nichts anderes ist als ein riesiger Organismus.

Fazit 2

Ich lebe achtsam und übernehme die Verantwortung für meine Gedanken, sehe Menschen als Menschen und nicht als Gruppierung, bin mutig genug, Fremdes anzunehmen und nicht auszuschließen. Trage in mir die Gewissheit, dass wir als Menschen, egal welche Hautfarbe wir haben, einfach nur in Liebe und Frieden leben wollen! Nein, ich bin nicht rechts.

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